Folge 6 – Stress und Streit vermeiden

In vielen Familien gibt es gerade in der zeit von Weihnachten viel Streit. Rein statistisch gesehen steigt die Scheidungsrate im Januar an. Was sind die Gründe, die in dieses Dilemma führen? Warum können viele Menschen die meist arbeitsfreien Tage von Weihnachten bis über Sylvester hinaus nicht entspannt im familiären Kreis geniessen?

Dafür gibt es viele individuelle Gründe, von denen jedoch mindestens drei immer zugegen sind, die ich hier kurz vorstellen möchte.

1. Stress
Vor Weihnachten gibt es häufig im Beruf viel Arbeitsdruck. Projekte müssen abgeschlossen und Aufträge erfüllt werden - als ob nach Weihnachten die Welt untergehen wird. Es kann eventuell steuerliche Gründe dafür geben, jedoch könnte man generell auch etwas mehr „Luft“ in den Termindruck lassen. Ähnliches widerfährt den Schülern und Lehrern: noch diese und jene Klausur muss geschrieben werden, weil (dummerweise) Ende Januar die Zwischenzeugnisse geschrieben sein müssen. Nebenbei muss ein „perfektes“ Weihnachtsfest vorbereitet werden: der Weihnachtsbaum und die Geschenke müssen da sein, Weihnachtsgebäck und die Gans gehört dazu und noch vieles andere mehr.

Kann man das alles in Ruhe und mit Vorfreude oder Liebe noch erledigen? Ich glaube nicht!

Streiche einfach ein Drittel von dem, was Du Dir vorgenommen hast (oder eher was von Dir erwartet wird) und Du kannst die übrig gebliebenen zwei Drittel ganz bewusst tun. So vermeidest Du Stress und bist nervlich nicht am Ende, wenn die Festtage da sind.

2. Vorstellungen
Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen und Wünsche, wie er freie (Fest-)tage erleben möchte. Oft werden diese teilweise wegen der gesellschaftlich vorgegebenen (Werbung!) „Regeln“ zurückgestellt oder weil in der Familie an Traditionen fest gehalten wird (oder werden muss). Das führt natürlich zu inneren Anspannungen, die sich dann im „unpassenden Augenblick“ entladen können.
Die verschiedenen Vorstellungen in Übereinstimmung zu bringen ist gar nicht so schwer: man muss nur miteinander offen darüber sprechen! Dafür braucht es natürlich etwas Zeit vor den Festtagen – noch ein Grund mehr, ein Drittel der Vorh(g)aben zu streichen!

So kann leicht eine neue gemeinsame Weise für die Festtage gefunden werden, mit dem jeder Beteiligte zufrieden ist. Wenn Du weißt, was Dein Gegenüber sich vorstellt und wünscht, dann kannst Du das verstehen und in Liebe erfüllen.

3. Meinungsunterschiede
Auch wenn vieles im Vorfeld besprochen wurde, gibt es in jeder kleinsten Gruppe von Menschen immer wieder Meinungsdifferenzen. Diese können sich zu Problemen auswachsen, wenn sie nicht angesprochen werden. Immer nur schlucken und still halten, weil man dem Anderen nicht wehtun möchte oder weil es die Rituale an den Feiertagen stören könnte, ist nicht gerade der beste Weg. Es brodelt in einem, die eigenen Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse werden hintan gestellt. Irgendwann kommt es zur Explosion – und vorbei ist es mit den friedlichen Festtagen!

Lieber gleich aussprechen, wenn Dir etwas nicht gut tut. Solange Du dies noch in Ruhe ansprechen kannst, wird es keinem wehtun und eine friedliche Klärung ist möglich. Die Feiertage werden durch solch ruhige klärende Gespräche nicht zerstört. Im Gegenteil, sie werden interessanter, weil es zu intensiven Gesprächen mit dem Gegenüber kommt. Dabei lernst Du diesen und Dich selbst besser kennen.

Viel Erfolg bei der Umsetzung dieser Hinweise

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